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In mehreren Tiroler Gemeinden ist schon seit einigen Jahren eine Verringerung des touristischen Bettenangebotes zu beobachten.

Als Mosaikstein einer Gegenstrategie zu dieser Entwicklung können Chaletdörfer angesehen werden. Sie bestehen in der Regel aus mehreren frei stehenden Gebäuden, die jeweils als Ganzes an wechselnde Urlaubsgäste vermietet werden. Die Gebäude verfügen dabei zumeist über einen hohen Ausstattungsstandard, der neben einer vollwertigen Wohnausstattung häufig auch Wellnesseinrichtungen aufweist. Dazu gibt es zumeist ein weiteres Gebäude, welches als Rezeption für die Anlage dient und häufig weitere Angebote wie z. B. ein Restaurant beherbergt.

Nach einer Schweizer Studie ermöglichen solche Resorts „den Wiederaufbau von verloren gegangenen Beherbergungskapazitäten, den Anschluss an neue touristische Trends und Bedürfnisse der Gäste und die Entwicklung innovativer touristischer Angebote, mit welchen die Tourismusorte zusätzliche Wertschöpfung und Beschäftigung schaffen können“.

Das geringe Maß an Dauersiedlungsraum in Tirol erfordert eine Orientierung auf eine grundsparende Raumnutzung. Der wirtschaftliche Erfolg von Chaletdörfern wird allerdings wesentlich von einer hohen Individualität seiner Einzelgebäude u. a. in Bezug auf die Aussicht auf die Bergwelt und einem gewissen Freiraum gegenüber dem folgenden Chalet geprägt. Dies erscheint auf den ersten Blick einer raumsparenden Nutzung jedenfalls zu widersprechen.

Mit einer geschickten Anordnung der Gebäude lassen sich jedoch eine hinreichende Alleinstellung der Chalets, ein deutlicher Bezug zur umliegenden Natur- und Bergwelt bei gleichzeitig ausreichend grundsparender Bebauung realisieren. Bei Situierung der Anlage im Nahbereich bzw. im Anschluss an bestehende Siedlungsgebiete ist auch eine befriedigende Einbindung in das Orts- und Landschaftsbild möglich.

Mit der zumeist reizvollen Lage von Chaletdörfern und der gehobenen Ausstattung der Gebäude ist die Gefahr der Entstehung von Freizeitwohnsitzen gegeben. Bei der Schaffung der raumordnerischen Voraussetzungen für Chaletdörfer ist daher hohes Augenmerk auf den Ausschluss solcher Nutzungen zu legen.

Die Gemeinde Wenns hat die mit einem Chaletdorf für den Tourismus im Ort verbundenen Chancen erkannt und möchte die Errichtung einer solchen Anlage mit dazu gehörigem Haupthaus samt Restaurantbetrieb ermöglichen. Es wurde dafür ein Standort gefunden, der eine raumverträgliche Integration in die Gemeinde erwarten lässt. Der Gemeinderat hat daher vor kurzem Änderungen des Örtlichen Raumordnungskonzeptes und des Flächenwidmungsplanes beschlossen. Sie liegen derzeit zur öffentlichen Einsichtnahme in der Gemeinde auf.